Inhalte eines typischen Kommunikationsseminars

15.06.2020

Wann wurden Sie das letzte Mal durch schlechte Kommunikation so richtig vor den Kopf gestoßen? Firmen buchen mich oft, um ein Team wieder auf Schiene zu bringen. Verstimmungen und verlorener Teamgeist sind nicht nur unangenehm für alle Betroffenen, sondern gehen auch schwer auf Kosten der Produktivität. Führungskräfte müssen hier tätig werden. Geht man dann den Dingen auf den Grund, stößt man meist auf unglücklich formuliertes Feedback, unausgesprochene Erwartungen und einen riesigen Berg an Missverständnissen.

 

Es gibt auch viele vorausschauende Unternehmen, die ihren Führungskräften und Mitarbeitern Kommunikationsseminare anbieten, damit solche unnötigen Reibungsverluste erst gar nicht entstehen. Dafür ist es wichtig, dass Führungskräfte und Teams ihre Kommunikationsmuster reflektieren und das Rüstzeug für gute Kommunikation an die Hand bekommen. Was sind die Grundlagen der Kommunikation? Wie sind unsere individuellen Konflikt- und Kommunikationsstile? Wie gebe und nehme ich richtig Feedback? Wie können wir heikle Themen ansprechen, ohne dass es Verstimmungen gibt?

 

Die Grundlagen lassen sich bereits in einem Tag vermitteln. Aus zahlreichen Seminaren wird mir zurückgemeldet, dass sich Stimmung und der Umgang untereinander seitdem deutlich verbessert haben. Was gibt es für ein schöneres Kompliment für einen Trainer?

  

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

  

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwendet der Blog die gewohnte männliche Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein. Die deutsche Sprache ist hier leider tatsächlich etwas ungerecht... 


Führung - Management - Persönlichkeit

25.05.2020

 

 

 

 

„Sehen Sie sich eher als „Manager“ oder als „Leader“?

 

Stelle ich diese Frage in FK-Seminaren schwirren meist viele Fragezeichen durch den Raum. Was ist der Unterschied? Kann ich mir das überhaupt aussuchen? Was ist gewollt?

 

1982 führt John P. Kotter den Begriff des „Leadership“ in die Managementliteratur ein. Diese Unterscheidung erweist sich bis heute als sinnvoll. „Management“ steht seitdem für das Steuern von Zahlen, Ergebnissen, Planung etc. Ein Manager sorgt dafür, dass die Zahlen stimmen und Gewinne gemacht werden. „Leadership“ hingegen ermöglicht den Mitarbeitern, das Beste aus sich herauszuholen. Ein Leader hat eine Mission, er inspiriert, vermittelt Sinn, gibt Hoffnung, Halt und eine Vision. Der Leader führt die Menschen, der Manager erzielt Ergebnisse. Bemüht man das Bild der Seefahrt (wie auf meinem Flipchart), dann hat der Manager das Ruder in der Hand. Er berechnet den Kurs, sorgt dafür, dass genug Vorräte an Bord sind und für das Einhalten der Sicherheitsvorschriften. Der Leader hingegen steht am Bug und gibt der Mannschaft selbst im stärksten Sturm die Sicherheit, wohlbehalten im Zielhafen einzulaufen. Er motiviert zu Höchstleistungen und inspiriert dazu, den Naturgewalten zu trotzen. „Unter meinem Kommando werden wir nicht untergehen – gemeinsam werden wir es schaffen!“

 

Eine gute Führungskraft braucht natürlich Kompetenzen in beiden Feldern. Allerdings liegt jedem von uns – je nach Persönlichkeit – ein Bereich mehr oder weniger. Meiner Erfahrung nach sind (stark vereinfacht und überzeichnet) "Leader-Persönlichkeiten" tendenziell eher risikofreudig, begeisterungsfähig und  inspirierend. Gleichzeitig laufen sie häufiger Gefahr, von den Mitarbeitern als leichtsinnig, impulsiv und manipulativ wahrgenommen zu werden. "Manager-Persönlichkeiten" hingegen tendieren oft dazu Risiken eher zu meiden und zuverlässig, gewissenhaft und genau zu sein. Gleichzeitig erscheinen sie anderen dadurch oft pedantisch, detailversessen und überkontrollierend. (Ein wunderbares Instrument um in diese Richtung zu arbeiten ist SIZE Prozess (c) www.sizeprozess.at!)

 

Eine gezielte Führungskräfteentwicklung (Coaching / Training) muss daher auf die Persönlichkeitsstruktur der Teilnehmer unbedingt Rücksicht nehmen!

 

Was bedeutet das konkret für die aktuelle Krise? Eine Führungskraft, welche die eigene Unsicherheit und Verzweiflung auf das Team überträgt, richtet in einer Krise wie wir sie jetzt haben, massiven Schaden an. In schwierigen, unberechenbaren Zeiten brauchen die Mitarbeiter jemanden, der sie aus dem Jammertal hinausführt, anstatt sie weiter nach unten zu ziehen. Ja, auch Führungskräfte stehen unter massivem Druck – daher zeigt sich Führungsstärke durch „selektive Authentizität“ (bei Interesse gehe ich in einem späteren Flog gerne mal darauf ein).

 

In einer schweren Krise brauchen die Mitarbeiter eine Führungskraft mit Leadership-Qualitäten, die Vertrauen und Zuversicht ausstrahlt. Die nicht auf harte Zahlen und kühle Planung fokussiert (wie es Manager gerne tun), sondern eine Vision vermittelt. Eine Vision von einem Team, das gestärkter, motivierter und besser als je zuvor aus dem finsteren Tal herausschreit wird und mutig neue Gipfel stürmt.

 

Gute Führung bedeutet in der jetzigen Situation Verständnis zu zeigen und Halt zu geben. Verständnis für die familiären und organisatorischen Schwierigkeiten vieler Mitarbeiter mit Homeoffice, Homeschooling und dem beengten Leben auf kleinem Raum. Alleine und ohne Unterstützung durch Kindergärten oder Großeltern. Halt im Sinne von: „Ich lasse dich nicht hängen, das Unternehmen lässt dich nicht hängen. Du kannst dich auf uns verlassen. Wir wissen, wenn sich die Wogen wieder geglättet haben, wirst du wieder mit vollem Einsatz und Engagement an unseren gemeinsamen Erfolg arbeiten.“

 

Kompetente Führungskräfte nutzen die Krise, um dauerhaft Teamspirit und Loyalität zu erzeugen. Eine Loyalität, die auch noch hält, wenn die Kinder längst aus dem Haus sind und die Krise (fast) vergessen ist.

 

Schönwetterkapitän ist einfach. Wahre Führungskompetenz zeigt sich im Auge

des Orkans.

  

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

  

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"Out of the box" - Denken

07.05.2020

 

Schon manches Unternehmen ist durch einen gut begleiteten „Out of the box“ Workshop revolutioniert (oder auch gerettet) worden.

 

Doch was steckt hinter dem viel zitierten „Out of the box“ – Denken?

 

In meinen entsprechenden Workshops steige ich gerne mit folgender Übung ein, um das ganze begreifbar zu machen:

 

Auf dem Flipchart befinden sich neun Punkte. Ihre Aufgabe ist nun, alle Punkte durch gerade gezogene Linien zu verbinden. Absetzen ist nicht erlaubt. Es dürfen maximal vier Linien sein, es gibt aber auch Lösungen mit weniger. Das Team (die Teilnehmer werden zur Lösungssuche in Kleingruppen eingeteilt), das die wenigsten Linien braucht, gewinnt. Denken Sie an den Titel des Workshops!

 

 

Morgen gibt es die erste Lösung, in den Tagen darauf die anderen. Reinschauen lohnt sich!

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

 

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwendet der Blog die gewohnte männliche Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein. Die deutsche Sprache ist hier leider tatsächlich etwas ungerecht...

 


 

Lösung 1: 


4 Striche

Beim "out of the box" Denken geht es darum, Einschränkungen und Restriktionen zu hinterfragen. Um das Denken und Beschreiten neuer Möglichkeiten, die noch außerhalb unserer täglichen Vorstellungswelt, jedoch tief in unserem kreativen Unterbewusstsein stecken. 

 

In der Anleitung unseres Beispiels stand nichts davon, dass wir beim Zeichnen der Linien auf dem Raster bleiben müssen. Es war eine Einschränkung, die wir (zumindest anfangs) einfach als gegeben hingenommen haben, obwohl sie gar nicht bestand. Und obwohl sie der Lösung massiv im Weg stand.

 

In Teams Unternehmen ist es genau so. Vor allem wenn wir ein etabliertes Unternehmen sind. Vieles wird nicht mehr hinterfragt - zumindest solange, bis ein junges Start-up oder eine Krise kommt und unser Geschäftsmodell zerstört. Auch wenn es paradox klingt: es ist durchaus gefährlich, wenn wir uns in dem was wir tun besonders gut auskennen, sehr erfahren und sehr erfolgreich mit unserem Geschäftsmodell sind. Die Liste der Unternehmen, die dadurch von der Spitze in den Abgrund gestürzt sind, ist lang. Gelähmt vom Erfolg und deshalb unfähig bzw. unwillig zur Innovation ist man schneller von einem hungrigen, innovativen Gegenspieler mit disruptivem Geschäftsmodell ausgebootet, als man glaubt.  Als prominentes Beispiel, das noch gut in Erinnerung ist, sei nur Nokia genannt.

 

 

Manche kratzten gerade noch die Kurve. VW war vom gigantischen Erfolg des Käfers vor ein paar Jahrzehnten so innovationsmüde, dass das Unternehmen fast daran zugrunde ging. Erst mit der Innovation "Golf" (komplett anderes Konzept als der veraltete runde, heckmotorisierte, luftgekühlte Käfer) riss VW das Ruder herum und konnte sich gerade noch retten. VW hat seine diesbezügliche Lektion gelernt und ist heute der größte Autokonzern der Welt.

 

Was will ich damit sagen: wir sind betriebs- und branchenblinder als wir glauben. Um innovativ zu sein und unsere Produkte/ Dienstleistungen nach vorne zu treiben, müssen wir dieses geistige Gefängnis verlassen. 

 

Der Schlüssel dazu liegt "Out of the box"! 

 (c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

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Lösung 2: 


3 Striche

Der Platz auf dem Flipchart reicht für die 3-Strich-Lösung nicht aus. Darum stelle ich das Prinzip auf einer Moderationskarte dar. Ziehen Sie die Linien in einem sehr spitzen Winkel und denken Sie sich ausreichend Platz.

 

Erweitern Sie geistige Spielfeld immer weiter.

 

Morgen gibt es eine von zwei möglichen Lösungen, bei wir nur einen einzigen Strich benötigen. Denken Sie um die Ecke, nutzen Sie Ihre Kreativität.

 

Denken Sie "out of the box"! 

 

 (c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwendet der Blog die gewohnte männliche Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein. Die deutsche Sprache ist hier leider tatsächlich etwas ungerecht... 


 

Lösung 3: 


1 Strich

9 Punkte miteinander verbinden? Wir bauen einfach einen dicken Stift! 

 

Eine Lösung, die so einfach wie effektiv ist. Was könnte das für unser Produktportfolio bedeuten? Als man früher mit Mobiltelefonen nur telefonieren konnte, gab es einen innovativen Geist, der dachte: Okay, warum bauen wir nicht alle möglichen Funktionen in ein Mobiltelefon, statt nur das konventionelle "Telefonieren"?

 

Fotoapparat, Schreibmaschine, Diktiergerät, Taschenrechner, NAVI, Kalender, MP3 Player, Emailprogramm und Minicomputer - Zack, das Smartphone war geboren. Ein ziemlich dicker Stift, der ein Unternehmen an die höchste Spitze und andere in den tiefsten Abrund katapultiert hat...

 

Erfolgreiche Unternehmen brechen mit den Selbstverständlichkeiten - also denken Sie um die Ecke! Denken Sie "out of the box"!

 

Morgen gibt es eine echte "Rulebraker"-Lösung.

 

 

 

 (c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

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Lösung 3: 


1 Strich

 

 Da Sie jetzt wissen, was "out of the box" - Denken bedeutet, gönnen Sie sich und Ihrem Team doch mal 1 - 2 Tage zu dem Thema. Sie werden staunen, wie viel kreatives Potenzial in den Köpfen Ihrer Kollegen und Mitarbeiter steckt - und wie sehr es Ihr Unternehmen nach vorne bringt. Es lohnt sich...

 

Ich begleite Sie gerne!

 

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwendet der Blog die gewohnte männliche Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein. Die deutsche Sprache ist hier leider tatsächlich etwas ungerecht... 


Leaderhip Skills - Homeoffice

30.04.2020

 

Digital unterstützte Führung ist für viele Führungskräfte schlagartig Realität geworden. Zum Glück lassen sich entsprechende Führungskompetenzen ebenso lernen, wie das Bedienen der notwendigen technischen Plattformen.  

 

 

Auf die wichtigsten Aspekte bei Führung aus dem und in das Homeoffice möchte ich kurz eingehen. Das allerwichtigste ist es, den Mitarbeitern im Homeoffice die Selbstorganisation ihrer Arbeit zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Je nach Persönlichkeit tun sich damit manche leichter und manche schwerer. Wer gerne per Micromanagement geführt wird, hat es da naturgemäß besonders schwer.

 

Selbstorganisation benötigt einen aktuellen Informationsfluss, der die Mitarbeitenden immer auf den neuesten Stand hält. Die Ziele, Rollen und Aufgaben müssen klar kommuniziert sein.

 

Ebenso fällt der Führungskraft die Aufgabe zu, Termine ausbalanciert und effektiv zu koordinieren. Wann sind welche Deadlines? Welche Aufgaben greifen wie ineinander? Wer muss wann bei welcher Besprechung wirklich dabei sein? Wie sieht die Agenda aus? Wie wird mit aufpoppenden Nebenthemen umgegangen etc. Gerade hier herrscht in vielen Unternehmen schon zu normalen Zeiten dringender Handlungsbedarf, der jedoch aus Gewohnheit und Betriebsblindheit oft nicht gesehen wird.

 

 

Wenn die Mitarbeiter die nötigen Informationen, klare Aufgaben und entsprechende Termine haben, ist es für die digitale Führungskraft bei Zielerreichung extrem wichtig, intensives Feedback zu geben. Es entsteht oft unnötiger Frust, wenn sich Mitarbeiter neben ihren häuslichen und familiären Pflichten bemühen Deadlines einzuhalten und dann kommt keine Reaktion. Arbeit will gesehen und wertgeschätzt werden. Sie sollen als digitale Führungskraft angemessen Präsenz zeigen und erreichbar sein. Das fehlende (und hoffentlich vorhandene)  "kleine", permanente Feedback, das oft informell am Gang oder in einem Beisatz in einem Meeting gegeben wird, muss kompensiert werden.

 

 

Die Königsklasse für Führungskräfte in Zeiten krisengetriebener, digital unterstützer Führung, ist es, den Mitarbeitern Orientierung und Halt zu geben. Wenn Menschen unter der Last von wirtschaftlichen, gesundheitlichen und familiären Sorgen auf ihren Schultern stöhnen, brauchen Sie jede Hilfe, die sie bekommen können. Hier schaffen Führungskräfte im Idealfall das Fundament für intensive, vertrauensvolle, lebenslange Arbeitsbeziehungen die von beinahe grenzenloser Loyalität geprägt sind - oder sie zerstören sie im schlechtesten Fall auf ewig.

 

 

Dazu mehr bei einem der nächsten Male…

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

 

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"Corona-Disruption"

23.04.2020


 

Das Wort „Disruption“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Zerstörung“, „Unordnung“, „Bruch“ oder „Störung“. Das beschreibt auch ganz gut, was die „Cororna-Krise“ gerade in unserer Wirtschaft und Gesellschaft auslöst.

 

Jede Krise kennt Gewinner und Verlierer. Die weitaus meisten Unternehmen zählen im Moment (noch) zu den Verlierern. Sie leiden sehr stark unter den radikalen Veränderungen. Kunden bleiben aus, Bestellungen und Lieferungen bleiben aus, Aktienkurse fallen und Gewinne brechen ein. Diese Fakten sind zu akzeptieren und wir können nichts daran ändern.

 

Was wir allerdings steuern können, ist welche Lehren wir für uns und unsere Unternehmen aus diesen radikalen Veränderungen ziehen. Wie wollen wir nach der Krise weitermachen? Welche Möglichkeiten zur Veränderung eröffnen sich? Wie können wir unser Geschäftsmodell anpassen?

 

Sehen Sie die Disruption als Chance! Weiterentwicklung braucht von Zeit zu Zeit eine Neuordnung bzw. "Zerstörung". Diese Erkenntnis ist alles andere als neu.

 

Schon Heraklit beschrieb ca. 500 v. Ch. den Krieg „als Vater aller Dinge“:

„Krieg ist Vater von allen, König von allen. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.“

 

Später war es Karl Marx, der in seinem „Kommunistischen Manifest“ 1848 von der Notwendigkeit von radikalen Umstürzen sprach, um die Welt zu verändern:

 

"Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen."

 

Mitte des 20. Jahrhunderts prägte der österreichisch-amerikanische Wirtschaftswissenschafter Joseph Schumpeter schließlich den berühmt gewordenen Begriff der „schöpferischen Zerstörung“:

 

„Dieser Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ ist das für den Kapitalismus wesentliche Faktum. Darin besteht der Kapitalismus und darin muß auch jedes kapitalistische Gebilde leben.“

 

Blicken wir nun in unsere Zeit und auf unsere Krise. Die gewohnte Art zu arbeiten und uns zu organisieren wird im Moment ordentlich durcheinander gewirbelt. Viele Unternehmen stecken Unsummen in gewagte Experimente mit Home-Office, Teleworking, Videokonferenzen und vieles mehr. Sie peitschen Change-Prozesse durch, die üblicherweise Monate und Jahre dauern. Und sie setzen mutig (oftmals mit dem Mut der Verzweiflung) Maßnahmen um, die sie sonst kaum gewagt hätten.

 

Es ist eine Frage der Einstellung. Begreifen wir die Krise als „schöpferische Zerstörung“ und „Sprengen der Ketten“? Oder sitzen wir wie das Kaninchen vor der Schlange und hoffen zu überleben, um danach genauso weiterzumachen wie bisher? Seien wir gewiss, die nächste Krise kommt bestimmt. Vielleicht in einem anderen Gewand, aber sie kommt.

 

In der uns aufgezwungenen Flexibilität liegt extrem viel Kraft.

 

Nutzen wir sie!

(c) Dr. Roman Hofer , 2020

 Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwendet der Blog die gewohnte männliche Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen
Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein. Die deutsche Sprache ist hier leider tatsächlich etwas ungerecht...